65. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung e.V.

20.-22. März 2018 in Koblenz

Dr. Torsten Wappler:
Bienen und andere Raritäten aus dem Eckfelder Maar und der Grube Messel vor 50 Millionen Jahren

Hessisches Landesmuseum Darmstadt

Bienen spielen eine einzigartige Rolle in der Welt der Arthropoden. Sie sind in die meisten Aspekte der menschlichen Kultur und Mythologie verstrickt, ganz zu schweigen von unserer Landwirtschaft, Ökonomie und allgemeinen Ökologie, da Bienen die wichtigsten Bestäuber von Blütenpflanzen sind und dazu beitragen, wichtige Ökosysteme weltweit zu erhalten und zu untermauern. Fossil sind sie jedoch äußerst selten zu finden. Zudem ist immer noch schwierig die fossilen Arten in die Rezent-Phylogenie der modernen Arten aufzunehmen, da für die meisten Merkmale, die für eine umfassende kladistische Analyse benötigt werden, keine Informationen zur Verfügung stehen. Die Honigbienen sind ziemlich homogen, und bei fehlenden Informationen über die Männchen, die Nistbiologie usw. ist es nicht möglich, die Fossilien in eine sinnvolle kladistische Studie mit den vorhandenen Arten einzubeziehen. Trotz dieser Schwierigkeiten können einige Informationen aus der wenig Daten verfügbar.

Im Laufe der letzten Jahre konnte durch Untersuchungen, speziell der Pflanzen/Insekten Assoziationen, an verschiedenen Fundstellen (u.a. Messel, Eckfeld, Enspel), detaillierte Informationen über derartige Wechselbeziehungen, erlangen werden. Speziell wegen ihrer hervorragenden Erhaltungsqualität, vor allem der Erhaltung von Pollen in den Blüten oder der Pollenfracht an Insekten sowie als Mageninhalt bei Insekten, bieten sich gerade hier ideale Vorraussetzungen, Insekten-Blüten Assoziationen, zu studieren. Diese Assoziationen sind komplex und vielfältig und konnten so im Hinblick auf botanische, entomologische, ökologische und evolutionäre Fragestellungen untersucht werden.